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 VoIP-Artikel

VoIP - ein Hype wird erwachsen

Voice over Internet Protocol (VoIP) verfügt über all die Ingredienzen, welche für eine Erfolgsstory nötig sind. Im krassen Gegensatz dazu liest man in Computerzeitschriften hauptsächlich, welche Sicherheitsprobleme damit verbunden und welche versteckten Investitionen nötig sind.

Von Stefan Menzl, publiziert auf InfoWeek.ch

In den neunziger Jahren wurde die erste Generation von VoIP-fähigen Endgeräten und Telefonzentralen entwickelt. In der Praxis erwies sie sich mehr oder weniger als untauglich. Die Sprachverbindungen waren von schlechter Qualität und die Störungsanfälligkeit legendär, die Geräte gross und schwierig zu bedienen. Zudem war die Software mit Fehlern übersäht. Die teilweise veralteten Netzwerke und für Telefonie ungeeigneten Netzwerktopologien und -technologien trugen dazu bei, dass VoIP mancherorts als bandbreitenhungriges Monster zurückgestellt wurde.

Stand der Technik: Firmen-interne Nutzung
In den letzten beiden Jahren haben sich allerdings einige Lösungen etabliert, welche, richtig eingesetzt, einen grossen Nutzen bei reduzierten Betriebskosten entfalten können. Die klassische Telefonzentrale (PBX, Private Branch Exchange) besteht aus einem monolithischen Kern mit der Switching Matrix, Trunk-Modulen zur Anbindung an andere PBXZentralen (und das öffentliche Telefonnetz) und einer Anzahl von Linecards (Anschlussmodulen für Endgeräte). Die logische Erweiterung einer solchen PBX in Richtung VoIP sind nun zusätzliche Linecards mit LAN-Anschlüssen. So entsteht eine hybride Anlage, welche Altes und Neues verbindet, im Kern aber nach wie vor den Prinzipien der geschalteten Telefonverbindungen gehorcht.
Entsprechende Systeme werden heute von allen PBX-Anbietern vertrieben und haben in manchen längerfristigen Migrationsszenarien eine zentrale Stellung: Durch eine Kombination von alt und neu lassen sich die bestehenden Investitionen schützen (PBX), während Neuinvestitionen (Netzwerk, Endgeräte) in der zukunftsträchtigeren Technologie getätigt werden. «Richtige» IP-PBX sind üblicherweise als Software für einen Server oder als Appliance (vorkonfigurierter Server) verfügbar. Die Verbindung zum Telefonnetzwerk erfolgt über eingebaute ISDN-Adapter (o.ä.), die Verbindung zum LAN über die eingebauten Ethernetkarten. Die Konfiguration wird meistens über ein einfaches Web-Interface durchgeführt, so dass keine Administrationssoftware installiert werden muss.

Der Funktionsumfang moderner IPPBX steht demjenigen der klassischen Geräte um nichts nach. IP-PBX können zentral beim Provider, zentral beim Kunden oder dezentral beim Kunden installiert werden. Je nach Benutzung der Telefondienste entsteht ein individuelles Verkehrsaufkommen, und die entsprechenden Leitungen oder Weitverkehrsnetze müssen darauf ausgelegt werden (Kostenoptimierung).

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